In diesem Artikel erfährst du, wie oft du deinen Durchlauferhitzer auf Kalk überprüfen solltest. Ich erkläre, welche Faktoren die Prüfintervalle beeinflussen. Dazu zählen Wasserhärte, Nutzungsdauer, Gerätetyp und sichtbare Hinweise. Du bekommst einfache Prüfmethoden, die du selbst durchführen kannst. Außerdem zeige ich dir, wann eine Entkalkung sinnvoll ist und wann du besser einen Fachbetrieb kontaktierst. Das hilft dir, Geld zu sparen, den Energieverbrauch zu senken und die Lebensdauer deines Geräts zu verlängern. Im Hauptteil findest du konkrete Intervalle und praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Fachlicher Hintergrund zu Kalkablagerungen
Wie Kalk entsteht
Kalk entsteht, wenn im Wasser gelöste Calcium- und Magnesiumionen mit Carbonat reagieren. Bei Erwärmung entweicht gelöstes Kohlendioxid. Die Chemie verschiebt sich. Die Löslichkeit von Calciumcarbonat sinkt. Es bildet sich feste Ablagerung. Diese Ablagerungen nennen wir Kalk oder Kalkstein. Das passiert besonders an heißen Oberflächen. Auch langsame Strömungen fördern die Ablagerung. Partikel können sich an Unebenheiten anlagern und dort wachsen.
Welche Wasserhärte und Temperaturen fördern Kalk
Wasserhärte wird in Grad deutscher Härte °dH oder in mg/L CaCO3 angegeben. Grob gilt: unter 7 °dH ist relativ weich. 7 bis 14 °dH ist mäßig hart. Über 14 °dH ist hart. Bei härterem Wasser steigt das Kalkrisiko deutlich. Die Temperatur spielt eine große Rolle. Ab etwa 40 bis 60 °C nimmt die Kalkbildung stark zu. Noch höhere Temperaturen beschleunigen die Ausfällung. Wenn du in einer Region mit >14 °dH lebst oder das Gerät dauerhaft auf hohe Temperaturen läuft, ist die Ablagerungsrate deutlich höher.
Welche Komponenten betroffen sind
Am stärksten betroffen sind der Wärmetauscher und innere Heizflächen. Dort bildet sich eine isolierende Kalkanlage. Das verringert die Wärmeübertragung. Typische Folgen sind längere Aufheizzeiten und höherer Energieverbrauch. Auch Duschköpfe, Perlatoren und Auslässe verstopfen durch abgelagerten Kalk. Kleinere Partikel können Sensoren und Durchflussmesser verstopfen. Elektronische Temperatursensoren liefern dann falsche Werte. Bei Gas-Durchlauferhitzern können Zündöffnungen betroffen sein.
Warum das für die Prüfhäufigkeit wichtig ist
Das Wissen hilft dir, die Prüfhäufigkeit zu planen. Je härter das Wasser und je höher die Betriebstemperatur, desto schneller sammelt sich Kalk an. Wärmetauscher mit dicker Kalkschicht verlieren Leistung. Auch die Gefahr für Ausfälle steigt. Deshalb beeinflussen Wasserhärte, Temperatur, Durchfluss und Gerätetyp, wie oft du prüfen solltest. Praktisches Beispiel: Bei hartem Wasser und täglicher Nutzung sind halbjährliche Kontrollen sinnvoll. Bei weichem Wasser genügen jährliche Kontrollen. Im nächsten Abschnitt folgen konkrete Intervalle und Prüfschritte.
Praktische Pflege- und Wartungstipps
Sichtkontrollen regelmäßig durchführen
Führe alle 3 bis 6 Monate eine Sichtprüfung am Gerät und an Ausläufen durch. Achte auf weiße Ablagerungen, veränderten Wasserdruck oder ungewöhnliche Geräusche. Sichtprüfung hilft, Probleme früh zu erkennen und größeren Schaden zu vermeiden.
Setze Feinfilter und Perlatoren ein und reinige sie. Ein Feinfilter am Kaltwasserzulauf reduziert Partikel, die Sensoren und Durchflussmesser verstopfen. Entferne Kalkreste aus Duschkopf und Perlatoren regelmäßig per Einweichen in Zitronensäurelösung oder Essigessenz.
Plane Entkalkungszyklen nach Wasserhärte. Bei hartem Wasser sind Entkalkungen alle 3 bis 6 Monate sinnvoll. Bei weichem Wasser reichen jährliche Kontrollen meist aus. Entkalkungszyklen orientieren sich an Härtegrad, Nutzung und Temperatur.
Temperatur sinnvoll einstellen, aber vorsichtig. Niedrigere Betriebstemperaturen verringern Kalkbildung. Prüfe die Herstellerangabe und hygienische Vorgaben, bevor du dauerhaft Temperatur senkst.
Beachte Sicherheitsregeln und rufe bei Unsicherheit einen Fachbetrieb. Schalte vor Wartung Strom und Wasser ab. Bei gasbetriebenen Geräten darfst du weder Innenarbeiten noch Zündprüfungen selbst durchführen. Fachbetrieb sollte komplizierte Entkalkungen oder Reparaturen übernehmen.
Sichtprüfung und einfache Entkalkung: Schritt für Schritt
Sicherheitshinweise vorab
Schalte die Stromversorgung am Sicherungskasten ab. Trage Arbeitshandschuhe und eine Schutzbrille. Öffne nie Gehäuse mit elektrischen Bauteilen, wenn das Gerät unter Spannung stehen könnte. Bei Unsicherheit oder bei Gasgeräten ruf einen Fachbetrieb.
- Strom abschalten Schalte die Sicherung des Durchlauferhitzers aus. Kontrolliere, dass das Display und die Kontrollleuchten aus sind. Nur so arbeitest du sicher an Bauteilen am Wasseranschluss.
- Wasserzufuhr schließen Dreh das Absperrventil am Kaltwasserzulauf zu. Öffne eine heiße Armatur, um den Druck abzulassen und Restwasser aus dem System zu entfernen.
- Gerät abkühlen lassen Warte einige Minuten, bis keine heißen Komponenten mehr fühlbar sind. So vermeidest du Verbrennungen beim Arbeiten.
- Äußere Sichtprüfung durchführen Untersuche Gehäuse, Verschraubungen und sichtbare Leitungen auf Kalkkrusten und Lecks. Achte auf weiße Ablagerungen, gelbliche Verfärbungen und lose Teile.
- Perlator oder Duschkopf entfernen Schraube den Perlator am Auslauf ab oder löse den Duschkopf. Lege ein Tuch unter, damit keine Teile verloren gehen.
- Perlator und Duschkopf reinigen Weiche die Teile 30 bis 60 Minuten in einer Zitronensäurelösung oder einer milden Essiglösung ein. Bürste Ablagerungen mit einer alten Zahnbürste ab und spüle gründlich mit klarem Wasser.
- Filter am Kaltwasserzulauf prüfen Viele Geräte haben einen kleinen Siebfilter am Kaltwassereingang. Löse die Verschraubung, entnimm das Sieb und reinige es unter fließendem Wasser. Setze es danach korrekt wieder ein.
- Innere sichtbare Bauteile kontrollieren Schau an sichtbare Sensoren, Schläuche und Durchflussmesser. Entferne lose Partikel mit einem feuchten Tuch. Deute starke Ablagerungen als Hinweis auf größeren Reinigungsbedarf.
- System spülen Öffne die Kaltwasserzufuhr und lasse mehrere Minuten warmes Wasser laufen. So spülst du gelöste Partikel aus Leitungen und dem Gerät. Prüfe, ob das Wasser klar bleibt.
- Funktionstest durchführen Schalte die Sicherung wieder ein. Stelle eine moderate Temperatur ein und beobachte Aufheizzeit, Durchfluss und Geräusche. Notiere ungewöhnliche Verzögerungen oder Störmeldungen.
- Ergebnisse bewerten und dokumentieren Halte fest, was du gefunden hast. Trage Datum, Wasserhärte und Maßnahmen in ein Wartungsprotokoll ein. So legst du die Intervalle für die nächste Kontrolle fest.
- Bei starker Verkalkung Fachbetrieb beauftragen Wenn Wärmetauscher, starke Leistungseinbußen oder hartnäckige Ablagerungen vorliegen, lass das Gerät professionell entkalken. Öffne nicht selbst elektrische oder verschweißte Bauteile. Fachbetriebe arbeiten mit geeigneten Pumpen und zertifizierten Reinigungsmitteln.
Entscheidungshilfe: Wie oft prüfen?
Leitfragen zur Einschätzung
Ist dein Wasser hart? Prüfe den Härtebereich deiner Region oder nutze einen Teststreifen. Bei >14 °dH steigt die Kalkbildungsrate deutlich. Das erhöht den Prüfbedarf.
Wie intensiv nutzt du das Gerät? Nutzt du den Durchlauferhitzer täglich für mehrere Personen oder läuft er nur gelegentlich? Bei hoher Nutzung sammeln sich Ablagerungen schneller. Ferienwohnungen mit wechselnden Gästen brauchen häufigere Kontrollen.
Welcher Gerätetyp ist installiert? Elektrische, gasbetriebene und leistungsstarke Durchlauferhitzer reagieren unterschiedlich auf Kalk. Empfindliche Elektronik und enge Wärmetauscher sind anfälliger. Prüfe die Herstellerangaben zu Wartungsintervallen.
Praktisches Fazit mit klarer Empfehlung
Empfehlung: Bei hartem Wasser (>14 °dH) kontrolliere das Gerät alle 3 Monate. Bei mittlerer Härte (7–14 °dH) sind Kontrollen alle 6 Monate sinnvoll. Bei weichem Wasser (<7 °dH) reicht in der Regel eine jährliche Prüfung. Erhöhe die Frequenz, wenn du hohe Temperaturen nutzt oder Leistungsabfall und Geräusche bemerkst.
Nutze einfache Sichtprüfungen und Filterkontrollen selbst. Dokumentiere Befunde in einem Wartungsprotokoll. Bei starken Ablagerungen oder Unsicherheit beauftrage einen Fachbetrieb. So schützt du Effizienz, Sicherheit und Lebensdauer deines Durchlauferhitzers.
Zeit- und Kostenaufwand realistisch einschätzen
Aufwand (Zeit)
Für eine einfache Sichtprüfung und Reinigung von Perlatoren rechnest du mit 15 bis 30 Minuten. Das Entfernen und Einweichen von Duschköpfen oder Perlatoren dauert meist 30 bis 60 Minuten, inklusive Trocknen und Wiedermontage. Ein gründliches Spülen und kurzer Funktionstest nehmen zusätzliche 15 bis 30 Minuten in Anspruch. Eine einfache, selbstdurchgeführte Entkalkung des Zulaufs und Filters kann insgesamt 1 bis 2 Stunden dauern. Professionelle Entkalkung des Wärmetauschers oder eine Spülung mit spezieller Pumpe nimmt meist mehrere Stunden bis zu einem halben Tag in Anspruch. Austauscharbeiten oder umfangreiche Reparaturen können einen ganzen Arbeitstag oder länger benötigen. Bei einem Vor-Ort-Termin mit einem Techniker solltest du mit Zeit für Anfahrt und Diagnose rechnen.
Kosten
Kleine DIY-Materialien wie Zitronensäure, Essig, Handschuhe und Ersatzperlatoren kosten zusammen etwa €5 bis €30. Feinfilter oder Ersatzsieb liegen bei etwa €10 bis €50. Einfache Werkstattarbeiten oder Beratung vor Ort beginnen oft mit einer Anfahrts- oder Pauschale von €50 bis €100. Stundensätze für Installateure liegen in der Regel zwischen €60 und €120 pro Stunde. Eine professionelle Entkalkung des Wärmetauschers kostet üblicherweise €100 bis €300. Tauschteile wie Dichtungen oder kleine Ventile sind meist €5 bis €80. Ein neuer Wärmetauscher oder Austausch des Geräts ist deutlich teurer. Rechne hier mit €300 bis über €1.500, je nach Modell. Ein kompletter Geräteaustausch liegt oft zwischen €500 und €2.000.
Faktoren, die die Kosten stark beeinflussen, sind Wasserhärte, Erreichbarkeit des Geräts, Gerätemodell, ob es eine Garantie gibt, und lokale Stundensätze. Bei Gasgeräten oder verschweißten Komponenten sollte ein Fachbetrieb arbeiten. Das reduziert Risiken und verhindert Folgeschäden.
Troubleshooting: Häufige Kalkprobleme und schnelle Lösungen
Hier findest du typische Symptome, die auf Kalk hindeuten. Jede Zeile zeigt eine wahrscheinliche Ursache und eine pragmatische Lösung, die du selbst prüfen oder als Hinweis für den Handwerker verwenden kannst.
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Wasser wird nicht richtig heiß oder Aufheizzeit verlängert | Kalk auf dem Wärmetauscher reduziert die Wärmeübertragung |
Entkalken lassen oder bei leichter Verkalkung Sichtprüfung und Filterreinigung. Falls Leistung stark reduziert ist, Fachbetrieb beauftragen. |
| Geräusche wie Klopfen oder Knistern | Locker sitzende Kalkschichten oder Luftblasen an beheizten Flächen | Gerät abkühlen lassen und Sichtprüfung durchführen. Wenn Geräusche bleiben, Fachbetrieb kontaktieren, da Innenreinigung nötig sein kann. |
| Verminderter Durchfluss oder unruhiger Strahl am Hahn | Verstopfte Perlatoren oder Auslass-Siebe durch Kalkpartikel | Perlator entfernen und in Zitronensäure oder Essig einweichen. Siebfilter am Zulauf prüfen und reinigen. Ersatzteile günstig austauschen. |
| Fehlermeldungen oder unregelmäßige Temperatur | Verschmutzte Sensoren oder Durchflussmesser durch Kalkpartikel | Sichtprüfung der zugänglichen Sensoren. Filter reinigen. Bei fortbestehenden Fehlern Elektrotechniker oder Installateur hinzuziehen. |
| Weiße Partikel im Wasser | Abgelöste Kalkstücke aus Leitungen oder Ausläufen | Wasser längere Zeit spülen, Perlatoren reinigen. Bei häufigem Auftreten Entkalkung des Geräts erwägen. |
Kurz zusammengefasst: Beginne mit einfachen Prüfungen wie Filter- und Perlatorreinigung. Dokumentiere Befunde. Bei Hinweisen auf Wärmetauscher- oder Sensorprobleme solltest du rechtzeitig einen Fachbetrieb beauftragen. So vermeidest du teure Folgeschäden.
Häufig gestellte Fragen zur Prüffrequenz
Wie oft sollte ich den Durchlauferhitzer grundsätzlich auf Kalk prüfen?
Bei hartem Wasser (>14 °dH) empfiehlt sich eine Kontrolle alle 3 Monate. Bei mittlerer Härte sind 6 Monate sinnvoll. Bei weichem Wasser reicht meist eine jährliche Überprüfung. Erhöhe die Frequenz bei Leistungseinbußen oder hohen Betriebstemperaturen.
Welche Frühwarnzeichen deuten auf Kalkablagerungen hin?
Achte auf längere Aufheizzeiten, ratternde oder knisternde Geräusche und verminderten Wasserdurchfluss. Weiße Partikel am Hahn oder veränderter Wasserdruck sind ebenfalls Hinweise. Auch ein spürbar höherer Energieverbrauch kann ein Indiz sein.
Welche Wartungsarbeiten kann ich selbst durchführen und wann brauche ich einen Profi?
Du kannst Sichtprüfungen, Perlator- und Duschkopf-Reinigung sowie das Reinigen von Feinfiltern selbst übernehmen. Bei starken Ablagerungen im Wärmetauscher, bei Fehlermeldungen oder wenn du elektrische Gehäuse öffnen müsstest, ruf einen Fachbetrieb. Bei Gasgeräten darfst du keine innenliegenden Arbeiten selbst machen.
Brauche ich einen Wasserfilter oder eine Enthärtungsanlage?
Ein Feinfilter am Kaltwasserzulauf schützt Sensoren und Durchflussmesser und kostet wenig. Eine zentrale Enthärtungsanlage reduziert Kalk langfristig, ist aber teurer in Anschaffung und Wartung. Für Ferienwohnungen oder Mieter sind Perlatoren und lokale Filter oft die praktikablere Lösung.
Beeinflussen Prüfungen und Entkalkung die Garantie?
Les die Garantiebedingungen deines Herstellers. Viele Garantien erlauben einfache Reinigungsarbeiten durch den Nutzer. Öffnest du versiegelte Teile oder führst unsachgemäße Reparaturen aus, kann die Garantie erlöschen. Dokumentiere Kontrollen und durchgeführte Maßnahmen zur Absicherung.
